Arbeitstreffen Comeniusprojekt - European baking Drucken
Geschrieben von: stö/dau   

 2. Comeniusprojekt  – Arbeitstreffen

Nürnberg 11.3. – 16.3.2013

Am Abend des 11. März standen wir mit einem eigens geliehenen Kleinbus erwartungsvoll am Flughafen, um die eintreffenden Kollegen abzuholen. Wir mussten uns in Geduld üben. Durch das in ganz Europa herrschende Wetterchaos und den Streik am Düsseldorfer Flughafen lief nichts, aber auch gar nichts wie geplant. Alle Maschinen hatten enorme Verspätungen und der Flug Düsseldorf – Nürnberg wurde sogar ganz gestrichen. Also zückten wir die Handys und lotsten die belgische Delegation nach Klärung der Formalitäten mit der Airline zum Düsseldorfer Bahnhof, wo sie tatsächlich noch einen Direktzug nach Nürnberg erwischten. Unser vorgesehenes Programm konnte also wie geplant am 12. März beginnen.

Die Arbeitssitzungen fanden im Schulhaus in Buch statt. Die Schüler der 2a hatten verschiedene Zeichnungen zum Projektthema gemalt. Sie schmückten die Fenster und Türen des Schulhauses und hießen die Gäste willkommen.

Am Dienstagmorgen ging es zunächst einmal um eine Rückschau auf die Aktivitäten der einzelnen Schulen seit Projektbeginn. Als nächstes befassten wir uns mit der Projekthomepage ( www.comeniusschools.eu )  und dem Projekt – Logo. Alle teilnehmenden Schüler aus den Partnerländern hatten Entwürfe gefertigt.  Aus diesen Entwürfen wurde nun ein gültiges Logo ausgewählt. Sieger wurde ein Entwurf aus Finnland.

Dieses Logo wird uns nun für die Restlaufzeit des Projekts bis zum Schuljahresende 2014 auf all unseren Arbeiten begleiten.

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Weiter ging es mit einem kurzen Workshop zum Umgang mit der gemeinsamen Website, um die einzelnen Einträge in eine möglichst einheitliche Form zu bringen.

Der Abend führte uns dann in die Schulküche nach Neunhof, wo uns die Schulleitung erwartete und die Gäste begrüßte. Frau Dauer hatte, passend zu unserem Projektthema, Schinken im Brotteig vorbereitet und gebacken. Dieses typische fränkische Essen schmeckte allen vorzüglich und wir sind sicher, dass es in die Rezeptbücher unserer Kollegen Einzug hält.

Den Mittwoch verwendeten wir, um einem Ziel von Comeniusprojekten näher zu kommen. Solche Projekte sollen nämlich auch das Wissen und das Verständnis für die Vielfalt der europäischen Kulturen steigern. Nachdem unsere Gäste Nürnberg aus dem letzten Projekt kannten, besichtigten wir diesmal die Schönheiten Bambergs.

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Am Donnerstag stand dann eine Betriebsbesichtigung beim „Beck“ in Tennenlohe auf dem Programm. Unsere Gäste konnten viel über die Philosophie der Firma und die täglichen Arbeitsabläufe bei Herstellung und Vermarktung der Backwaren erfahren. Den Nachmittag gestalteten wir zunächst mit einer  kurzen PPP zum Thema „Bayerisches Schulsysstem“. Nach einer Diskussion zum Thema, befassten wir uns dann mit den Planungen für die Fortführung des Projektes.

Unser Freitag war ganz dem Frühling gewidmet. Es wurden Wortkarten für die „Sprachenecke“ geschrieben, die Computer für die Europaspiele vorbereitet, das Europapuzzle aufgelegt und Buttons gepresst.

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Gefreut hat uns der enorme Zulauf zu unseren Aktionen. Unsere Kollegen waren vor allem überrascht, dass sich so viele Schüler für die Sprachenecke interessierten und eifrig mit ihnen die Wörter der Partnersprachen übten. Wer den Miniwortschatz für eventuelle Urlaubsfahrten vertiefen möchte, findet auch ihn samt Aussprache auf unserer gemeinsamen Homepage. Hier kann man auch die verschiedenen Brotrezepte der einzelnen Länder einsehen und nachbacken.               stö

 

Hinter den Kulissen der Bäckerei „Der Beck“


Deutschland ist wahrscheinlich das europäische Land mit den meisten und vielfältigsten Brotsorten. Wie und wo sie entstehen, wollten wir unseren Cooperationslehrern aus dem Comeniusprojekt „European baking“ in ihrer Besuchswoche bei uns in Nürnberg möglichst unmittelbar zeigen. Dazu hatten wir am Donnerstagmorgen in Tennenlohe einen Termin zur Betriebsbesich-tigung  der Großbäckerei „Der Beck“ vereinbart.
Von einem ehemaligen Mitarbeiter, nun im Ruhestand, wurden wir zunächst nach den hygienischen Anforderungen mit sehr „vorteilhaften“ Kopfbede-ckungen sowie mit Backschürzen eingekleidet. Nach einigen Vorinformatio-nen zur Geschichte der immer noch im Familienbesitz betriebenen Großbä-ckerei sowie über ihren Ausbau seit dem Jahre 1895 und beeindruckenden Angaben hinsichtlich der Anzahl der Mitarbeiter und der Filialen oder des Jahresumsatzes wurden wir dann zuerst in das Zutatenlager mit den Mehlsilos geführt.

Dort werden nicht nur die angelieferten verschiedenen Mehlsorten, Saaten und Gewürze gelagert, sondern auch zugleich – über reine Computer-steuerung – nach eigenen Rezepten zu den jeweils benötigten Backmi-schungen zusammengeführt. Anschließend folgten wir dem Weg der Back-mischung in die große Brotbackhalle. Von den verschiedenen Knetmaschi nen, über die Ruheräume, die Portionier- und Formmaschinen bis hin zu den Öfen wanderten wir den gesamten Produktionsweg nach. Da um diese Zeit bereits der größte Teil der Backwaren natürlich schon längst in die vielen Backshops ausgeliefert war, standen die meisten Maschinen still oder die Mitarbeiter der Frühschicht waren mit deren gründlicher Reinigung beschäftigt.                                                                                                                    

Mehr Betrieb war noch in der zweiten Produktionshalle – der Konditorei. Hier erklärte uns ein freundlicher Mitarbeiter, woraus Granatsplitter hergestellt werden. Nein, nicht wie oftmals vermutet, aus alten, zerbröselten Kuchen-resten. Nach strengen Auflagen dürfen auch hier immer nur frisch hergestellte Zutaten verwendet werden. Die Torten, Osterhasen aus Mürbteig sowie das hier in Erwartung des Frühlings hergestellte Eis machten uns mit ihrem verfüh-rerischen Duft Lust auf Süßes.                                                                                       

Die dritte Station auf unserem Weg durch die Hauptgebäude der Firma war das Logistikzentrum mit angeschlossenem Hygienezentrum. Warum ausgerechnet diese beiden Aufgabenbereiche so eng miteinander verkoppelt sind, erschloss sich uns bald. Im Logistikzentrum werden die täglichen Bestellungen aus den Verkaufsfilialen angenommen, weitergeleitet und möglichst ökonomisch zur Auslieferung verteilt. Ebenso kommen hier am Abend die nichtverkauften Backwaren an. Diese dürfen wiederum aus hygie-nischen Gründen nie in die Produktionshallen gelangen, sondern kommen direkt in das Hygienezentrum. Dort werden sie in drei Gruppen getrennt. Die besten, haltbarsten Rückläufer holt täglich ein Auto der „Nürnberger Tafel“ ab. Die trockenen Backwaren werden von umliegenden Bauern an ihre Tiere verfüttert. Die sogenannten „feuchten“ Backwaren, also z. B. mit Frucht-, Wurst- oder Salatauflage werden in eine Biogasanlage zur Stromherstellung weitertransportiert. Als weitere, wichtige hygienische Maßnahme werden anschließend die leeren Transportkörbe in einer großen Waschanlage gereinigt, um sie dann für neue, frische Backwaren wieder zum Transport nutzen zu können.

Hier endete unser Rundgang, auf dem wir  einen Teil der vielfältigen Produktionsketten sehr eindrucksvoll miterleben durften. Ziemlich beeindruckt von den vielen Informationen wurden wir dann noch auf einen Kaffee im Cafe des Hauses eingeladen. Für mich - als neugieriger, wissbegieriger Sachgeschichten-Fan aus der Sendung mit der Maus – ein echtes Erlebnis mit vielen Aha-Effekten. Deshalb: Noch einmal vielen Dank an die Firma „Der Beck"                            dau

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