European Baking - Let's get together! Drucken
Geschrieben von: stö   

Zweites Comenius – Projekt an unserer Schule

Was ist ein Comenius – Projekt?

Mit dem Namen Comenius bezeichnet man die Schulprojekte des „Programms für lebenslanges Lernen“ das die Europäische Union für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in verschiedenen Bildungsbereichen anbietet.

Man versteht darunter ein finanziell unterstütztes Schulprojekt, bei dem Schulen aus mindestens drei verschiedenen EU - Staaten ein gemeinsames Projekt durchführen. Damit soll die multikulturelle Zusammenarbeit und das europäische Bewusstsein  gefördert werden. Außerdem sollen die Schüler erkennen, dass das Erlernen mindestens einer Fremdsprache äußerst wichtig ist.

Woher hat das Projekt seinen Namen?

Johann Amos Comenius’ (1592 – 1670) Lebenslauf steht für Europa und die Bildung

Er wurde in Mähren geboren, studierte in Deutschland und verbrachte einzelne Lebensabschnitte in Polen, England, Holland und Schweden.  Comenius starb in Amsterdam und wurde in Naarden/Holland begraben. Der Lehrer, Philosoph, Theologe und Politiker war Begründer einer systematischen Pädagogik. Er verfasste 1657 die "Didactica Magna" und 1631 die "Janua Linguanum reservata". Im letztgenannten Werk geht es um die verschiedenen Methoden beim Spracherwerb.
Dies sind Gründe dafür, dass Comenius Namensgeber für europäische Bildungsprojekte ist.                   

 

European Baking - let‘s get together       

ist der Titel unseres neuen Comenius - Projektes, das wir mit Beginn dieses Schuljahres starteten. Unsere Partnerklassen leben in Belgien, Italien und Finnland. Die Schüler sind zwischen 7 und 12 Jahre alt.

Projektvorstellung durch die Klassen 2a, 3c, 4c, 5a

Um die Bedeutung und das Thema dieses EU-Projekts mit dem Arbeitstitel „European baking – Let’s get together“ den Eltern genauer zu erläutern, fand  am 4. Oktober im Saal der evangelischen Landeskirche in Buch die offizielle Vorstellung des Projekts sowie der daran beteiligten Länder statt.

Herr Mehler begrüßte zunächst die Eltern und die anderen interessierten Besucher. Er nutzte gleichzeitig die Gelegenheit, unsere neue Konrektorin Frau Rusch, die selbst schon Erfahrungen mit einem Comenius — Projekt sammeln konnte, vorzustellen.

Die große Frage nach dem Ursprung und der Bedeutung eines Comenius — Projektes sowie dessen Inhalt klärte die Klasse 5a ganz geschickt und anschaulich in einem Rollenspiel.

Im Anschluss daran stellten die Klassen 3c, 4c und 5a die Partnerländer Italien, Belgien und Finnland vor. Dafür hatten sie Informationen über

· die jeweiligen Flaggen,

· die in den einzelnen Ländern  gesprochenen Sprachen,

· die geografische Lage in Europa bzw. die geografischen Besonderheiten,

· die typischen Speisen und Getränke,

· die Grundlagen des Schulsystems 

· berühmte Persönlichkeiten

der einzelnen Länder gesammelt und auf großen Plakaten in Wort und Bild zusammengefasst.

Für eine Auflockerung der Informationsflut sorgten zwischen den einzelnen Beiträgen einige Kinder der Klasse 2a. Sie stimmten auf der Bühne das Lied „Bruder Jakob“ jeweils in der Sprache des zuvor vorgestellten Landes an.

Am Ende der Präsentation durften dann alle Kinder noch einmal auf die Bühne kommen. Dort sangen sie gemeinsam das Lied „Europa Kinderland“ von Rolf Zuckowski, welches den Europagedanken hinter dieser Projektarbeit sehr kindgerecht zum Ausdruck bringt.

Gut informiert und ambitioniert beendeten wir den Abend mit einer süßen Stärkung. Passend zum Projekt-thema standen 8 große Zitronenkuchen bereit, die die Schüler am Vormittag mit den jeweiligen Flaggen der Länder Belgien, Deutschland, Finnland und Italien aus Zuckerguss überzogen hatten.

Denn: ein solches Projekt kann nur gelingen, wenn die Kinder mit Freude und mit allen Sinnen daran arbeiten und positive Eindrücke und Erfahrungen dabei entstehen.                                

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Comenius-Treffen in Geel (Belgien)

Vier Lehrkräfte unserer Schule fuhren am Sonntag, den 21.10.12 mit dem Zug nach Brüssel. Dort wurden sie und auch die übrigen Comenius-Partner mit einem Kleinbus abgeholt und nach Geel gefahren, einer Stadt mit 37.000 Einwohnern, die ca. 64 km von Brüssel entfernt in Flandern liegt.

An diesem Treffen nahmen außer uns noch drei Lehrkräfte aus Belgien (sie waren in dieser Woche vom Unterricht freigestellt), zwei aus Italien und drei aus Finnland teil. In Geel angekommen, bezogen wir unser Hotel und lernten bei einem gemeinsamen Abendessen unsere Partner näher kennen. Am nächsten Morgen begrüßte uns der Rektor unserer belgischen Partnerschule und hieß uns auch im Namen des Bürgermeisters in Geel herzlich willkommen. Anschließend besuchten wir den Unterricht in einigen Klassen und lernten etwas über das flämische Schulsystem.

Einiges ist ähnlich wie bei uns z. B. die Schulpflicht vom 6. – 18. Lebensjahr. Es gibt jedoch auch gravierende Unterschiede. So gibt es z.B. keine Dreigliedrigkeit. Die Grundschule geht dort von der 1. bis zur 6. Klasse. Nach der 6. Klasse wechseln  alle Kinder  in die Sekundarschule. Die ersten zwei Jahren auf dieser Schule dienen der Orientierung. Für die nächsten vier Jahre müssen je nach Fähigkeiten Kurse gewählt werden. Entscheiden muss man sich zwischen dem allgemeinbildenden, dem technischen, dem künstlerischen oder dem berufsbildenden Kurs. Mit dem  Abschlusszeugnis der Sekundarschule  kann man ins Berufsleben einsteigen oder eine Hochschule besuchen. Der Unterricht in Belgien findet als Ganztagsunterricht statt, d.h. der Unterricht findet jeden Tag von 8.45 – 15.30 Uhr statt. Nur mittwochs dürfen die Kinder schon um 11.30 Uhr heim. Der Kindergarten ist in die Grundschule integriert. Dort gibt es einen eigenen Rektor und Klassen wie in der Schule. Eine Kindergärtnerin hat eine Gruppe von ca. 20 Kindern und arbeitet viel mit den Kindern. Viele grundlegende Fähigkeiten werden hier geübt. In den Klassenzimmern gibt es zum größten Teil Einzeltische und die Büchertaschen stehen auf dem Gang vor der Klassenzimmertür, damit die Kinder im Unterricht wenig Ablenkung haben.

Während dieser Woche bekamen wir einen eigenen Raum in der Schule, in dem wir viel zusammen am Projekt arbeiteten. Wir planten die nächsten Schritte und entwarfen gemeinsam Materialien für den Unterricht. Auch die Domain für eine Projekthomepage wurde erworben. Die Homepage mit der Adresse www.comeniusschools@eu soll kontinuierlich über den Fortgang unseres Projektes berichten. Nachdem es in unserem Projekt um Brot und Backwaren geht, besuchten wir in der Umgebung von Geel ein Backmuseum mit historischer Windmühle. Wir erfuhren viel über die Geschichte des Backens und konnten zum Abschluss die noch zum Getreidemahlen betriebene Windmühle von innen besichtigen.

Neben dem Einblick ins belgische Schulleben und dem Arbeiten am Projekt sollten wir natürlich auch etwas über die Geschichte Belgiens lernen. So verbrachten wir gemeinsam einen Taq in Brügge und erfuhren dort bei einer Stadtführung vieles über die Stadt und auch über die Geschichte Belgiens.

Alles in allem war es eine schöne,  jedoch sehr arbeitsreiche Woche, in der wir das Projekt einen großen Schritt voranbrachten.                                                                                                                                                      dau / meig / stö